Thematische Schwerpunkte der Moderation

1. Die Ziele der Moderation

Die Moderation ist eine Mischung aus Interaktions-, Partizipations-, Frage-, Antwort-, Visualisierungs- und Bewertungstechnik. Ziel der Methode ist es, den Willensbildungsprozess einer Gruppe von Menschen – den sachbezogenen Entscheidungsprozess – zu ermöglichen und zu erleichtern.

Die Teilnehmer

Der Moderator ist hier gefordert, die wahren Motive der Beteiligten anhand der vordergründigen Argumente ans Licht zu bringen.

2. Die Rolle des Moderators

3. Grundlegende Regeln zum Verhalten

4. Der Moderationsauftrag

5. Die Phasen, Methoden und Techniken der Moderation

Die Anmoderation
Die einzelnen Schritte der Informationssammlung
Die Kreativitätstechniken zur Entscheidungsfindung
Der Themen- oder Problemspeicher

Der Tätigkeitskatalog

Die Abschlusspräsentation

6. Die Steuerungsmittel der Moderation

Fragetechniken

Spiegelung

Aufregung annehmen und respektvoll verstärken/Amplifikation

Fiktive und reale Beispiele intensiv erlebnisorientiert bearbeiten

Gruppenbildung nach Antagonismen (widersprüchlichen Meinungen) als Aufregungs- und Einigungsinstrument nutzen.

Co-Moderatoren als Gruppensprecher etablieren (Lerneffekte nutzen)

Körpersprachliche Deutungen abfragen und konfliktverdeutlichend nutzen

Nonverbale Moderation

Aktives Zuhören

Werte- und Sinnabfrage als Erkenntnis über Gemeinsamkeiten und Konflikte nutzen

Abstimmung oder Einigungsabfrage

Zusammenfassungen/Fazitieren

7. Alle Elemente der Visualisierung trainieren und praktisch anwenden

Moderation - unser Verständnis

Moderation bedeutet ursprünglich „mäßigen“, abgeleitet aus dem lat. moderare aber auch leiten, lenken, zusammenbringen, verbinden, vermitteln, angleichen, auf einen Stand bringen.

In der gängigen Führungspraxis wird „Moderation“ häufig sehr diffus und undifferenziert eingesetzt. Es wird darunter fast jede Form der Leitung von Gruppen verstanden. Daraus ergibt sich leider oft ein sehr unklares Verhaltensprofil des Moderators.

Vielfach wird unter Moderationstraining lediglich technisches und rethorisches Schulen mit „Metaplan“ Logik verstanden. Dabei hat Moderation sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Wir verstehen unter diesem Begriff zunächst die kompetente Leitung von Diskussions- und Verhandlungsprozessen mit dem Ziel, ein Ergebnis zu erreichen, das von allen Teilnehmern akzeptiert wird.

Der Moderator hat die klassische Aufgabe, "Probleme der Interaktion sowie inhaltliche und prozedurale Differenzen mit sofortigen 'Selbstheilungseingriffen' zu korrigieren" (Glasl 1990, 363).

Moderation ist daher klassisch aber auch besonders für Gruppensituationen gedacht, in denen Differenzen und Konflikte noch nicht so weit eskaliert sind, dass die Beteiligten sich als Feinde erleben.

Es sollte die Hoffnung bestehen, dass im Wege der positiven Auseinandersetzung eine Lösung gefunden werden kann und soll, die alle zufrieden stellen kann. Der Moderator soll deshalb in seiner Rolle "darauf vertrauen, dass die Parteien die Konflikte nach einigen Interventionen selbst bewältigen können" (Glasl 1990, 363).

Insoweit grenzt sich Moderation ab von „Conciliation“, der weicheren Methode der Mediation. Hier ist gemeinsamer Wille zur Ergebnisfindung noch als Hoffnung aber nicht aktuell vorhanden. Hier geht es mehr um Prozessbegleitung und Vertrauensbildung und dann erst wieder in der nachfolgenden Moderation um Findung gemeinsamer Ergebnisse.

„Mediation“ beschreibt eher den Verhandlungshelfer in Sachen Kommunikation und Vertrauensbildung in solchen Fällen, in denen Konflikte bereits etabliert sind und Moderation zu kurz greifen würde.

Unser Moderator versucht die Bereiche von klassischer Moderation, Conciliation und Mediation zu koordinieren mit dem Schwerpunkt auf der Moderation – er stellt sich dem Anspruch der Conciliation und Mediation jedoch zunächst bis zum Erkennen, dass diese beiden Formen der Gruppenführung sinnvoller außerhalb der Moderation zu bearbeiten sind.

Er folgt damit einem hohen zeitsparenden Anspruch und bedarf deshalb einer besonderen Ausbildung.

Das Ziel unseres Moderationstrainings

Unsere ausgebildeten Moderatoren sind nicht moderat und auch nicht neutral. Sie sind schon gar nicht unparteilich – sie wissen nur am Anfang der Moderation noch nicht, zu welchem Standpunkt sie eher neigen.

Neigung ist menschlich und darf gerade bei einem Moderator nicht verschwiegen werden. Sie mag auch im Prozess der Moderation wechseln – all dies gilt es offen und transparent zu gestalten – der Moderator ist kein angemaßter „Priester“. Ehrlichkeit ist Pflicht!

Moderation dient wie das ganze Leben, der Deutung von unter- oder unbewussten Inhalten, die im Verhalten oder anderen systemisch anzutreffenden Formen problematisiert werden.

Daher ist immer Intuition und/oder der Mut zur Aufregung als besondere Gabe des Moderators Voraussetzung wie auch Vermittlungsanspruch an die Teilnehmer der moderierten Sitzung.

Respektvolle Spiegelungen oder „Drittbeispiele“ sind sinnvolle Mittel aus der Fülle der Kommunikationsmodelle.

Moderation will die Inhalte hinter den Formen ans Licht bringen. Diskussion der „Gründe“ von Verhalten ist willkommen – muss aber vor der Entscheidung zur Handlung erst auf die „Hintergründe“ ausgeweitet werden.

Eventuelle Abstimmungen am Ende einer moderierten Sitzung sind immer abgegebene Stimmen für ein Prinzip, ein Motiv, zu dem der Betroffene eine besondere Beziehung hat – daher wird auch erst abgestimmt, wenn die Problemhintergründe weitestgehend bekannt sind. Sonst wird vertagt!

Unser ausgebildeter Moderator lässt keine Abstimmung unter seiner Leitung zu, wenn er den Eindruck hat, dass die Motive der Beteiligten noch nicht transparent sind.

Diese Fähigkeiten lernt man in unserer Fortbildung in der angewandten Real-Life-Praxis.

Dabei darf der Moderator nicht zwanghaft moderat und auch nicht neutral sein.

Er hat das Recht, häufig sogar die Pflicht – nach Abstimmung mit den Beteiligten – z. B. fachlichen Wissens-Input zu geben, bestimmte Prozesse der Beteiligten durch eine angemessene Fragetechnik, durch körperliche und sonstige Deutungsangebote zu spiegeln, Negatives zu verstärken und etymologische Worterklärungen zur Aufhellung zu geben.

Im Extremfall kann ein direktes Spiegeln und Paraphrasieren der wichtigsten Motive Gegenstand der Moderatoren-Tätigkeit sein – der Moderator darf auch als Advocatus Diaboli arbeiten.

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